Archiv 2009

Portrait Gerd Gockell




Das Internationale filmfest Braunschweig feiert ein Jubiläum, wenn auch nur ein kleines: fünf Jahre Künstlerportrait. Während im Programm der Filmklasse der HBK Braunschweig die Arbeiten der aktuellen Filmstudierenden vorgestellt werden, zeigen wir im Künstlerportrait jährlich Ausschnitte des Gesamtwerks eines Künstlers, dessen schaffenstechnische Wurzeln eben bis in diese Filmklasse zurück reichen. Wir freuen uns, in diesem Jahr dazu Gerd Gockell begrüßen zu können.

Der 1960 in Darmstadt geborene Gerd Gockell studierte 1981 bis 1987 bei Prof. Birgit Hein, Prof. Gerhard Büttenbender und Alexandra Schatz an der HBK Braunschweig. Er ist Gründungsmitglied des Vereins für Kunstexperimente „LABORATORIUM“ und Mitgründer der anigraf-Filmproduktion. Ab 1992 hielt er Lehrveranstaltungen für Experimentellen Animationsfilm und 2D Computeranimation an der HBK Braunschweig.

Nach einem Lehraufenthalt an der Ngee Ann Polytechnics Singapore hatte er 2000 bis 2002 eine Gastprofessur für Animation/Neue Medien an der Kunsthochschule Kassel inne, bevor er 2002 in den Studienbereich für Animation der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern wechselte, dessen Leitungsteam er seit 2007 angehört.

In vielen filmischen Werken Gockells finden Animationstechniken und die damit verbundenen Einzelbildverarbeitung einen zentralen Platz, obwohl er doch nicht als Trickfilmmacher im klassischen Sinne betrachtet werden kann. Seine vielfältigen Arbeiten versuchen nicht das „Gemachte“ des Films zu verschleiern, sondern lassen es vielmehr durch Akzentuierung und Kombination der Arbeitstechniken evident werden. Unter Bezugnahme auf die Historie des Trick- und Experimentalfilms entstehen so teils ironische Reflexionen der Medialität des Films und seiner Projektionsformen.

Gerd Gockell hat neben diversen Stipendien und Preisen den Hauptpreis der Int. Kurzfilmtage Oberhausen erhalten. Seine Werke wurden und werden in zahlreichen nationalen und internationalen Festivals und Ausstellungen präsentiert.

Seine besondere Liaison zum Animationsfilm veranlasst uns dazu, die diesjährige Werkschau auf zwei Vorstellungen auszuweiten: Neben dem Portrait mit Filmen aus der gesamten bisherigen Schaffenszeit zeigen wir in einer zweiten Vorstellung seinen Langfilm MURATTI UND SAROTTI - DIE GESCHICHTE DES DEUTSCHEN TRICKFILMS 1920-1960.


Filmprogramm




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