Archiv 2009
50 Jahre Icaic
„Film ist Kunst“ stand programmatisch in der Präambel des Gesetzes, mit dem am 24. März 1959 die kubanischen Revolutionäre
das ICAIC (Instituto Cubano del Arte e Industria Cinematográficos/Kubanisches Institut für Filmkunst und Filmindustrie) gründeten.
Damit begann - so schreibt das Berliner Kino Arsenal zum 50jährigen Bestehens des ICAIC - die Geschichte einer eigenständigen
kubanischen Kinematografie.
Zur „audiovisuellen Alphabetisierung“ schickte die Regierung mobile Kinos mittels Lastwagen, Maultieren und Booten in die
entlegensten Gegenden der Insel. Von 1961 bis 1964 lud das ICAIC ausländische Regisseure und Filmtechniker ein, um auf Kuba
zu drehen und zugleich den kubanischen Filmschaffenden Erfahrungen zu vermitteln. Ende der 1960er Jahre erreichte das kubanische
Kino seinen Höhepunkt und erregte weltweit Aufsehen.
Das ICAIC sei immer „freier gewesen als die kubanischen Massenmedien, etwas das Fernsehen“, schreibt der Filmkritiker Wolfgang
Hamdorf. „Der kubanische Kinofilm kommentierte die bürokratischen Absurditäten des Systems durchaus mit schwarzem
Humor und überschäumenden Sarkasmus. Die Kubaner lieben ihre Filme, besonders ihre Komödien, das laute Lachen über die
Widrigkeiten des Alltags erleichtert die Wirklichkeit. Eine kubanische Komödie in einem kubanischen Kino zu sehen, ist ein ganz
besonderes Erlebnis, denn das Publikum reagiert auf die kleinsten Andeutungen, auf jeden Insider-Witz mit schallendem Gelächter“.
Aus Anlaß des 50sten Jubiläums des ICAIC hat die Regisseurin und intime Kennerin des kubanischen Filmschaffens Claudia v. Alemann
gemeinsam mit dem film
fest ein Programm aus aktuellen kubanischen Kurz- und Spielfilmen kuratiert. Ohne ihre Ratschläge
und praktische Hilfe wäre das Programm nicht zustande gekommen. Wir freuen uns auf ihren Vortrag am 14.11. zum aktuellen
kubanischen Kino, in Anwesenheit von zwei der Regisseurinnen.
Für die Unterstützung und Beratung bedanken wir uns bei Mara Bilbao Díaz (Kulturabteilung der kubanischen Botschaft in Berlin),
María Padrón (ICAIC), Marisol Rodriguez (Muestra de Cine Joven), Jorge Rey (Escuela internacional de Cine y TV San Antonio de
los Baños, Cuba), Enrique Pineda Barnet und Andreas Hesse ('Festival de Cine Cubano', Frankfurt/M.).
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