Archiv 2008

Kinema - Deutsch-Französischer Jugendpreis


"Little Paris" von Miriam Dehne

Jugendliche gehen gern ins Kino und reden gern über Film. Dieses alltägliche Interesse greift der Deutsch-französische Jugendpreis "Kinema" auf, den das 22. Internationale filmfest Braunschweig zum zweiten Mal vergibt. Zusammen mit dem niedersächsischen Schulkinoprojekt "KINEMA", dem Deutsch-französischen Jugendwerk und TV-5MONDE hat das filmfest ein Konzept entwickelt, dass Jugendlichen aus beiden Ländern die aktive Teilnahme an einem internationalen Festival ermöglicht.

Eine fünfköpfige Jury aus jungen Franzosen und Deutschen im Alter zwischen 17 und 22 Jahren wählt unter sechs Debütfilmen einen Preisträger aus. Der Preisträger wird am 9. November im Rahmen des Preisverleihung im Staatstheater bekannt gegeben. Der Gewinner erhält eine 35mm-Kopie seines Filmes mit Untertiteln in der jeweiligen Fremdsprache für den Festival- und Kinoeinsatz im anderen Land; der frankophone Fernsehsender TV5MONDE wird außerdem den Preisträger bei der Promotion seines Films unterstützen.

Die fünf Jurorinnen und Juroren, drei aus Niedersachen und zwei aus der Haute-Normandie, wurden unter den Teilnehmern des filmpädagogischen Projektes "KINEMA" der vergangenen Jahre ausgewählt. Sie werden in einem Kurzseminar von Anne Huet, die mit dem führenden französischen Experten für Filmvermittlung im Schulunterricht, Alain Bergala, zusammenarbeitet, auf ihre Aufgaben vorbereitet. Der deutsche Regisseur Felix Randau, der 2007 den "Kinema"-Preis mit seinem Film "Die Anruferin" gewann, wird die Jury bei ihrer zweisprachigen Diskussion und ihren Entscheidungen beraten.

Die Wettbewerbsfilme "Little Paris" und "Vom Atmen unter Wasser" kommen aus Deutschland, "Tausend Ozeane" ist eine Schweizer Produktion, aus Frankreich stammen "La vie d'Artiste" und "Les Grandes Personnes", während "Eldorado" in Belgien produziert wurde.

Der "Kinema"-Jugendpreis wird unterstützt vom Land Niedersachsen, vom Deutsch-französischen Jugendwerk, der Region Haute-Normandie, der Filmstiftung Pôle Image Haute-Normandie, dem Bureau du Cinéma in Berlin, der Académie de Rouen, der Friedrich-Walz-Stiftung sowie von TV5MONDE. Wir freuen uns sehr, dass der Deutsch-Französische Kulturrat die Schirmherrschaft des Jugendpreises erneut übernommen hat.

Die Verleihung des "Kinema"-Preises findet am Sonntag im Rahmen der Gala zur Preisverleihung statt.


Filmprogramm
Gala zur Preisverleihung




Der "Kinema"-Vorsitz

Felix Randau


Felix Randau, geboren 1974 in Emden/Ostfriesland, studierte von 1993 bis 1995 Germanistik und Volkskunde an der Universität Bonn und machte in dieser Zeit Hospitanzen am Schauspielhaus Bonn. 1995 nahm er ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) auf. Nach Regieassistenzen bei Sören Voigt ("Tolle Lage", 2000) und Achim von Borries ("England", 2000) und mehreren eigenen Kurzfilmprojekten wie "Something" (1998) und "Siemensstadt" (2000) wurde er für seinen ersten langen Spielfilm "Northern Star" (2003) für den Nachwuchspreis First Steps Award nominiert.

Im vergangenen Jahr gewann er mit seinem zweiten Langfilm "Die Anruferin", einem intensiven Frauenportrait, den "Kinema"-Preis. In diesem Jahr wird er die zweisprachigen Diskussionen der jungen "Kinema"–Jury moderieren und die fünf Juroren bei ihren Entscheidungen beraten.




Pädagogische Begleitung

Anne Huet


Anne Huet, Regisseurin und Filmwissenschaftlerin, ist Projektleiterin am "Centre Nationale de Documentation Pédagogique" (CNDP). Als künstlerische Leiterin betreut sie die pädagogische DVD Kollektion "L'Eden Cinéma", die im Auftrag des französischen Erziehungsministeriums herausgegeben wird. Huet, die an der berühmten FEMIS in Paris studiert hat, veranstaltet regelmäßig Workshops zum Drehbuchschreiben. Zu selben Thema hat sie mit Frédéric Strauss das Buch "Le scénario et faire un film" geschrieben, das in der "Editions de l’étoile – Les Cahiers du cinéma" erschienen ist.

Sie hat bereits mehrere Filme für den französischen TV-Sender "La Cinq" und den Kinofilm "Julie Meyer" realisiert. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Film "Ramatuelle". Auf dem filmfest leitet die Mitarbeiterin von Alain Bergala, dem führenden Experten für Filmvermittlung im Unterricht, die zweitägige Lehrerfortbildung des filmpädagogischen Projekts "Kinema" für deutsche und französische Lehrkräfte.




Die "Kinema"-Jury 2008

Rémy Albaut: 17 Jahre alt, Schüler in Eu (Haute-Normandie)
Julia Boulet: 18 Jahre alt, Studentin in Rouen (Haute-Normandie)
Johannes Jancke: 18 Jahre alt, Schüler in Braunschweig (Niedersachsen)
Yulia Lokshina: 22 Jahre alt, Studentin in Rouen und Passau
Finnja Vollbrecht: 21 Jahre alt, Studentin in Freiburg (Baden-Württemberg)





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