Archiv 2008

Can a Video game make you cry? Film & Games



"Like a Dragon" von Takashi Miike

Wenn Film die Kunst des 20. Jahrhunderts ist, ist das Videospiel möglicherweise die Kunst des 21. Jahrhunderts? Jedenfalls ist es auf dem besten Weg, sich aus der illegitimen Schmuddelecke der Trivialkultur zu befreien und als förderungswürdiges Kulturgut anerkannt zu werden. Und angesichts der Digitalisierung des Kinos und der Diskussion um seine Zukunft ist das Thema auch für Cineasten hochaktuell.

Wirtschaftlich betrachtet ist die Games-Branche der einzige Wachstumsmarkt im audiovisuellen Sektor. Medienpolitik und Filmförderung erhoffen sich Beschäftigungseffekte. Die Marketingstrategen der großen Unterhaltungskonzerne planen das Spiel zum Film bzw. den Film zum Spiel gleich mit. Wo liegen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede zwischen Kinofilm und Videospiel? Manche Filmhistoriker verweisen auf die Wurzeln des Kinos, die im Jahrmarktspektakel, im Automatenspiel liegen. Die Videospiele von heute können als virtuelle Adaptionen dieser Tradition begriffen werden. Spieledesigner sind wie Spielfilmregisseure Schöpfer fiktiver Welten. Computerspiele und virtuelle Realitäten sind spätestens seit "Tron" (USA 1982) Thema des Spielfilms. Digitale Produktionstechniken ebnen ästhetische Unterschiede zunehmend ein.

Filmerleben im Kino ist allerdings ein eher passives, kollektives, an feste Orte und Zeiten gebundenes Ereignis — aus sicherer Distanz. Das Computerspiel erfordert hingegen eine aktive und individualisierte Praxis, die den Spieler zum Helden einer virtuellen Welt in den Grenzen des Programms macht. Nicht das Kino, die Spieleindustrie ist die wichtigste Traumfabrik des 21. Jahrhunderts. Doch die Leitfrage unseres Schwerpunktes, die in den 80er Jahren erstmals gestellt wurde, kann auch der Game-Designer des neuen Jahrtausends noch nicht mit einem überzeugenden "Ja" beantworten. Oder vielleicht doch? Wir haben Medienwissenschaftler, Künstler und Praktiker aus der Spielebranche gebeten, uns eine Antwort zu geben. Eine Filmreihe sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm loten die Schnittmengen zwischen Spiel & Film aus.

Wir bedanken uns beim Institut für Medienforschung der HBK Braunschweig für die gute Zusammenarbeit, sowie bei allen Referenten, Förderern und Sponsoren für ihre Beiträge und Unterstützung.


Tickets

Tickets zur Programmreihe "Film & Games" sind im Roten Saal und an den CinemaxX-Kassen erhältlich. Ihre Reservierung nehmen wir gerne unter info@filmfest-braunschweig.de oder 0531/75597 entgegen.


Eintrittspreise

Einzelticket Vortrag: 4 €

Einzelticket Filmprogramm 6,50 €

Tagesticket
(alle Vorträge, alle Filme eines Tages)
10 €


Vortragsreihe
Filmprogramm
Machinima-Workshop
Info-Flyer


Die Vorträge:

Mi, 5. November 17:00 Franz Stradal
Mi, 5. November 19:00 Kai Rosenkranz Komponieren für Videospiele
Do, 6. November 17:30 Dr. Michael Bhatty Emotionalität gehört zum Drama! (Character Design und dynamische Bildgestaltung)
Do, 6. November 20:00 Oke Maas Trickjumping
Do, 6. November 20:00 Rolf F. Nohr Les Liaisons Dangereuses: Computerspiel und Film
Fr, 7. November 15:30 Ulrich Wegenast Machinima-Filme
Fr, 7. November 18:00 Prof. Linda Breitlauch Dramaturgie im Film und im Computerspiel
Sa, 8. November 18:00 Christian Hermann Vertriebs- und Marketingstrategien für Videospiele



Die Reihe "Can a video game make you cry? Film & Games" wird unterstützt von:




Medienpartner:




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