Archiv 2007
Die Europa - Der europäische Schauspielpreis
Laudatio: Kerstin Specht
So, 11. November 18:30 CinemaxX 5
Photo © Isolde Ohlbaum
Kerstin Specht wurde 1956 in Kronach (Oberfranken) geboren, studierte Germanistik und Theologie in München. 1988 begann sie, nach einem Studium an der Hochschule für
Fernsehen und Film, Theaterstücke zu schreiben. Die Stücke von Kerstin Specht gehören seit Jahren zum festen Repertoire des Theaters in Deutschland. Ihre literarische
Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Sie lebt in München.
Stücke (Auszug):
| "Das glühend Männla" |
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UA Schauspiel Bonn, 1990 |
| "Amiwiesen" |
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UA Münchner Kammerspiele, 1990 |
| "Der Flieger" |
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UA Ulmer Theater, 1992 |
| "Mond auf dem Rücken" |
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UA Pfalztheater Kaiserslautern, 1994 |
| "Carceri" |
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UA Münchner Kammerspiele, 1996 |
| "Marieluise" |
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UA Stadttheater Ingolstadt, 2001 |
| "Die Rückseite der Rechnungen" |
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UA Münchner Kammerspiele, 2001 |
| "Das goldene Kind" |
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UA Münchner Kammerspiele, 2002 |
| "Solitude" |
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UA Staatstheater Stuttgart, 2003 |
| "Die Zeit der Schildkröten" |
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Ruhrfestspiele, 2005 |
Preise und Auszeichnungen (Auszug):
| 1988 |
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Stipendium des Literarischen Colloqiums Berlin |
| 1990 |
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Literaturpreis des Kulturkreises des BDI |
| 1990 |
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Staatlicher Förderpreis des Landes Bayern |
| 1991 |
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Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Künste |
| 1993 |
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Else-Lasker-Schüler-Preis des Landes Rheinland-Pfalz |
| 2005 |
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Marieluise-Fleißer-Preis |
Kurzfilme:
"Die stille Frau" (WDR 3)
"Afrika" (WDR 3)
"Wilgefort" 1989
Theaterregie:
"Das glühende Männla", Schauspiel Ulm, 1991
Hörspielregie:
"Der Flieger", BR 2000
Lili Marleen
Regie: Rainer Werner Fassbinder, BRD 1980, 120 Min, 35 mm, Farbe, dt.
Darsteller: Hanna Schygulla, Giancarlo Giannini, Mel Ferrer
Fr, 9. November 13:15 CinemaxX 1
So, 11. November 13:15 CinemaxX 4
Hanna Schygulla über ihre Rolle: "Auch sie ist eine zweigeteilte Frau, jene Willie, die im wirklichen Leben Lale Andersen hieß und eben jenes
legendäre Lied der Lili Marleen gesungen hat, das Goebbels mit Abscheu 'die Schnulze mit dem Todesgeruch' nannte, und das über die Feuerlinien hinaus 'Freund
und Feind' für ein paar Minuten in derselben Melancholie vereinigte: Einerseits benutzt sie das herrschende System und wird von ihm benutzt
und macht Karriere unter dem Hakenkreuz, und andererseits liebt sie einen, der Jude ist, und kann ihn nur heimlich lieben. So fließt die ganze verdrängte Liebesenergie in
das Sehnsuchtslied."
Die Ehe der Maria Braun
Regie: Rainer Werner Fassbinder, BRD 1978, 120 Min, 35 mm, Farbe, dt.
Darsteller: Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny
Mi, 7. November 15:00 CinemaxX 1
So, 11. November 11:00 CinemaxX 4
Hanna Schygulla: "Eine deutsche Frau bezahlt den Wiederaufbau ihres kaputten Landes mit dem Abbau ihrer Gefühle. Sie profiliert sich als Gewinnerin auf die
Gefahr hin, an Seele zu verlieren. Die Rolle der Maria Braun ist eigentlich eine Doppelrolle, das Porträt einer zweigeteilten Frau, ähnlich der Rolle der Shen
Te/Shui Ta im Guten Menschen von Sezuan von Bertold Brecht: Einerseits ist sie Idealistin bis zum Wahnsinn und andererseits Realistin bis zum Zynismus. Sie vollbringt das
absurde Kunststück, das eigentliche Leben so lange auf morgen zu verschieben, bis es kein morgen mehr gibt.".
Bundesfilmpreis für Hanna Schygulla sowie Silberner Bär als Beste Darstellerin, Berlinale 1979.
Passion
Regie: Jean-Luc Godard, F/CH 1982, 87 Min, 35 mm, Farbe, OmdU
Darsteller: Hanna Schygulla, Isabelle Huppert, Jerzy Radziwilowicz
Fr, 9. November 17:45 CinemaxX 1
Hanna Schygulla: "Eine gewisse Hanna, eine Frau, die nicht nur meinen Namen, sondern auch einige meiner Kleidungsstücke trägt, ist die Chefin eines Tankstellen-Motels. Aber
am liebsten würde sie sowohl die Chefin als auch das Motel loswerden. Die großen Gefühle, nach denen sie sich sehnt, kann ihr dieser Alltag nicht gewähren. Auch mit
ihrem Mann kommt es zu keinen Höhepunkten mehr. Da entspinnt sich etwas zwischen ihr und einem Regisseur, der an dem Ort einen Film drehen möchte.
Was ist das? Passion? Godards Stärke ist das Fragezeichen, und auch ich verweile eigentlich lieber bei den Fragen als bei den Antworten. Immer weiter fragen! Immer besser
fragen! Und gegrüßt sei der Irrtum!".
Heller Wahn
Regie: Margarethe von Trotta, BRD/F 1982, 105 Min, 35 mm, Farbe, dt.
Darsteller: Hanna Schygulla, Angela Winkler, Peter Striebeck
Do, 8. November 15:15 CinemaxX 1
Hanna Schygulla: "Wir lieben die Liebe nicht nur für die Wohltaten, die uns getan werden, sondern auch für die, die wir tun dürfen. Ruth befindet sich mitten im freien
Fall in eine Depression. Die wird unter dem argwöhnischen Blick der Männerwelt so lange von ihrer Freundin Olga durch deren Kraft abgefangen, bis Olga selbst am Rande
der Erschöpfung steht. Kein Wunder, dass irgendwann im Film das bekannte Gemälde von Frida Kahlo ins Bild rückt, in der zwei Frauenkörper wie bei einer Transfusion durch
kommunizierende Röhren miteinander verbunden sind, so dass ihr Kreislauf ein und derselbe ist."
Die Geschichte der Piera
Regie: Marco Ferreri, BRD/I/F 1982, 105 Min, 35 mm, Farbe, OmdU
Darsteller: Hanna Schygulla, Isabelle Huppert, Marcello Mastroianni
Do, 8. November 22:30 CinemaxX 4
Hanna Schygulla: "In dieser Mutter-Tochter-Beziehung sind die Rollen vertauscht: Eogenia, die Mutter fungiert als Nestflüchter, und es ist ihre kleine Tochter Piera, die
sie an die Hand nimmt. Eogenia, eine Art Stadtstreunerin, stürzt sich immer, wenn es sie packt, auf ihrem Fahrrad in das Abenteuer 'Leben'. Sie würde wohl so manches
Mal in ihrem Eros ertrinken, wenn die Tochter sie nicht immer wieder an Land zöge, heim zum Ehemann, der es längst aufgegeben hat, die Frau zu zähmen. Kann man das Wetter
zähmen? Wie eine Naturkrfat erschüttert Eogenia die mühsam zementierten Spielregeln der Gesellschaft.“".
Goldene Palme von Cannes, "Beste Schauspielerin" Hanna Schygulla.
Eine Liebe in Deutschland
Regie: Andrzej Wajda, BRD/F 1983, 108 Min, 35 mm, Farbe, dt.
Darsteller: Hanna Schygulla, Piotr Lysak, Daniel Olbrychski
Sa, 10. November 13:00 CinemaxX 1
So, 11. November 15:30 CinemaxX 4 Gast: Hanna Schygulla
Hanna Schygulla: "In Deutschland ist so manches verboten und manchmal auch die Liebe. Und diese Liebe ist sogar eine doppelt verbotene Liebe: die Liebe der Pauline
Kropp zum polnischen Zwangsabeiter im Nazideutschland. Einmal ist sie von Staats wegen verboten, und zum anderen tut man so etwas einfach nicht, wenn man verheiratet
ist und der Kerl so jung, dass er der Sohn sein könnte. Aber die Frau tut es trotzdem. Sie erlaubt sich diese Liebe wie den Eintritt in die Oase einer Wüste. Aber
Angst sucht das Vergessen, und weil man sich meistens mit dem verrät, was man verbergen will, wird das Paar schließlich angezeigt, und der Junge büßt ihren Mut mit
seinem Leben."
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