Archiv 2006
FILMKLASSE DER HBK BRAUNSCHWEIG 2006
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Sa, 11. November 22:15 CinemaxX 4 Gäste: Birgit Hein, div. Filmemacher
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Es gehört mittlerweile zur Tradition des Braunschweiger film
fest, eine Auswahl der Filme und Videos, die während eines Studienjahres in
der Filmklasse der HBK entstanden sind, in einem Sonderprogramm vorzustellen.
Die Filmklasse besteht an der HBK seit 1972 als eigenständige Fachklasse im Bereich der Freien Kunst. Wie die StudentInnen in den Fachklassen
der klassischen Künste entwickeln die FilmemacherInnen und VideokünstlerInnen ihre Arbeiten als individuelles Werk, in dem sie
alle inhaltlichen und technischen Arbeiten selbst ausführen. Dabei geht es um die verschiedenen Genres wie Experimental-, Dokumentar-, Trick-
und Kurzspielfilm. In den letzten Jahren beschäftigen sie sich verstärkt auch mit Videoskulptur, multimedialen Rauminstallationen
und Netzkunst. Allen gemeinsam ist die Auseinandersetzung mit den Gestaltungsmitteln von Film, Video und Computer und die Erforschung
spezifischer künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten, ganz gleich ob der Ansatz formal, poetisch, persönlich, essayistisch,
surrealistisch oder dokumentarisch ist. Entscheidend ist darüber hinaus die Unabhängigkeit von inhaltlicher Zensur und kommerzieller
Verwertung der Arbeit.
Volkslied
Regie: Kathrin M. Wolkowicz, D 2006, 2 Min, DV, polnisch mit deutschen UT
Ein dörflicher Raum, geschmückt und ausstaffiert. Krippenfiguren bewegen sich hin und her, tanzen, putzen Schornsteine, schlagen
Schafe. Eine Stimme singt dazu ein polnisches Lied über Jungfrau und Hure.
Loreley
Regie: Ute Stöhr, D 2006, 9 Min, Video
Über das tragische Schicksal eines schönen jungen Seemanns, der auf seiner letzten Fahrt von den Strudeln der Loreley
in die dunkle Tiefe hinab gerissen wird.
Donnerstag blau grün
Regie: Per Olaf Schmidt, D 2006, 2 Min, 16mm/DV
Das Meer ist nicht weit
Regie: Alex Gerbaulet, D 2006, 13 Min, DV
"Gestern habe ich einen Film geträumt, den ich für dich gemacht habe. Seit ich die Kabel ausgetauscht habe, ist die Übertragung besser.
Es hat mich einige Überwindung gekostet, runter in die Stadt zum Laden zu gehen. Es besteht die Gefahr, dass sie jetzt wissen, was vor sich
geht und die Übertragungen abfangen."
Mein Video erzählt eine Geschichte über das Anders-Sein. Ich bin ein Drag-King, ein Dildo-Cyborg. Nicht eigentlich ein
Mann. Ein King ist mehr eine Kunstfigur als ein neues Geschlecht, der mit seinem Dildo regiert und im Untergrund wirkt.
Workout
Regie: Dennis Feser, D 2006, 6 Min, HDV, konvertiert auf DV-PAL
"Workout" appliziert verschiedene neoliberale Erfolgsstrategien auf den menschlichen Körper. Das Video spielt ironisch mit den
Unzulänglichkeiten des menschlichen Körpers angesichts der Anforderungen eines scheinbar alle Lebensbereiche
determinierenden globalen Wirtschaftssystems.
Bill Pullman
Regie: Sebastian Neubauer, 9 Min
"de dentro"
Regie: Peter Beyer, D 2006, 10 Min, 16 mm, Farbe, sw
Dieser Film, der fast ausschließlich in Mexico gedreht wurde, beschäftigt sich mit der spirituellen Kraft dieses Landes, die
in der Natur und genauso in seinen Menschen zu finden ist. Auf teilweise dokumentarischer und teilweise physischer Ebene
versucht "de dentro" verschiedene Rituale der schamanischen Mayatradition und der im Norden lebenden Huicholes (Peyoteros) darzustellen
bzw. erfahrbar zu machen. Unsere uns bekannte rationale äussere Welt verschmilzt mit der Unendlichkeit des inneren Raumes, der
sich mit Worten schwer beschreiben lässt.
Mein Haus
Regie: Ulrike Jeschka, D 2005/2006, 31 Min, Video, Farbe
"Ich fahre gern Auto. Ziellos. Höre dabei Musik und lasse meinen Gedanken freien Lauf...". Eine leicht neurotische Fahrt zu
meinen Eltern. O.K.: ich gebe zu: Ein narrativer Film. Es geht um meine Beziehung zu meinen Eltern, die geprägt war von der
launischen Dominanz meines Vaters und dem Harmoniewunsch meiner Mutter. Es geht um meine Fragen und Mutmaßungen über die Ursachen dieses
Verhaltens, um eine verdrängte Familientragödie und, allem zum Trotz, um wortlose Zeichen gegenseitiger Liebe. Na, und wenn
ich schon mal dabei bin, in Erinnerungen und alten Fotos zu schwelgen, höre ich so schnell nicht wieder auf. Dabei komme
ich fast in Teufels Küche, weil meine Gedanken einen Grossbrand auslösen...
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