Archiv 2003
PÔLE IMAGE - HAUTE-NORMANDIE

Anyway the wind blows

Im letzten Jahr gab das 16. filmfest den Auftakt zu einem filmischen Austausch zwischen den Partnerregionen Niedersachsen und Haute-Normandie. Während unseres Gegenbesuchs anlässlich der Nordischen Filmtage in Rouen Anfang März dieses Jahres konnten wir auch die Zusammenarbeit mit der nordfranzösischen Filmförderung Pôle Image intensivieren.

Die "Pôle Image Haute-Normandie" wurde 2001 gegründet. Sie arbeitet sehr eng mit der Landesregierung der Haute-Normandie zusammen und beschäftigt sich u.a. mit Filmen und Fotos, ihrer Einbindung in pädagogische Lehrpläne und mit der Bilderarchivierung. Außerdem unterstützt sie die Dreharbeiten von Regisseuren in der Region.

Pôle Image stellt auch 2003 in Braunschweig Künstler aus der Haute-Normandie vor. Der Regisseur Claude Duty wird mit einem Kurzfilmprogramm und einem Langfilm gewürdigt. Desweiteren präsentieren wir ein Programm mit drei mittellangen Filmen, in denen die Nachwuchsschauspielerin Sophie Quinton die Hauptrolle spielt. Claude Duty, Sophie Quinton und der Regisseur Gérald Hustache-Mathieu werden ihre Filme persönlich vorstellen, außerdem ist Richard Turco, der Leiter von Pôle Image, anwesend. Speziell für die Vorführung in Braunschweig wurden einige der Kurzfilme mit deutschen Untertiteln versehen.




Portrait Claude Duty



1946 in Tunis geboren, studierte Duty in Rouen grafisches Design. Er arbeitete zunächst in der Werbebranche und entwickelte später Gesellschaftsspiele. Nebenher fing er an, Kurzfilme zu drehen - insgesamt bisher 21, die bei internationalen Festivals vielfach nominiert und prämiert wurden.

Claude Duty hat in seinen Kurzfilmen alle Genres ausprobiert, immer mit einem großen Sinn für Humor. Von 1997 bis 2001 leitete er die Kurzfilm-Abteilung des französischen Fernsehsenders Canal +, bevor er 2002 seinen ersten Langfilm ("Filles perdues, cheveux gras") drehte. Sein zweiter Langfilm "Bienvenue au Gîte" mit Julie Depardieu startete diesen Herbst mit großem Erfolg in Frankreich. In einer kleinen Rolle ist Duty in "Barcelona für ein Jahr" von Cédric Klapisch zu entdecken, der im Programm "Internationales Neues Kino" des diesjährigen filmfests zu sehen ist.

Claude Duty ist ohne Zweifel eine vielseitige Persönlichkeit und gehört zu den interessantesten Regisseuren.




Portrait Claude Duty: Hypnotized and Hysterical (Filles perdues, cheveux gras)
Regie: Claude Duty, F 2002, 100 Min, 35 mm, Farbe, OmeU, dt. Erstaufführung
Fr, 31. Oktober 22:15 Universum 2 Gast: Claude Duty
Sa, 1. November 10:45 CinemaxX 1 Gast: Claude Duty



Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Film um eine verrückte Komödie, oder wie der Regisseur selbst sagt: um ein "musikalisches Melodram". Drei junge Frauen aus unterschiedlichen Milieus lernen sich kennen und schätzen. Élodie hat gerade ihren Job und das Sorgerecht für ihr Kind verloren. Natacha hat als einzige Freunde ihre Katze und den Alkohol. Marianne kündigt ihre Stelle in einer Kunstgalerie, um die chaotische Affäre mit ihrem Chef zu beenden. Zusammen werden sie unzählige Abenteuer erleben und nie den Mut verlieren, es der Männerwelt so richtig zu zeigen. Ihre Gefühle drücken sie durch Lieder aus, und unerwartet kommt ihnen selbst der Zeichentrick zu Hilfe. "Filles perdues, cheveux gras" ist eine rasante schwarze Komödie voller Energie, auf halbem Wege zwischen Almodovar und Ozon.




Portrait Claude Duty: Kurzfilme
Fr, 31. Oktober 15:15 CinemaxX 1 Gast: Claude Duty
Sa, 1. November 15:30 CinemaxX 4 Gast: Claude Duty



1. Les énervés de Jumièges (Die Legende von Jumieges)
Regie: Claude Duty, F 1986, 20 Min, 35 mm, Farbe, ohne Dialoge

Der Film trägt den Namen des berühmten Bildes "Les énervés de Jumièges" von Évariste Luminais. Die Legende erzählt von den beiden rebellierenden Söhnen des Königs Chlodwig II, denen zur Strafe die Nerven durchtrennt wurden.

2. Pierres et Claude (Steine und Claude)
Regie: Claude Duty, F 1995, 11 Min, 35 mm, ohne Dialoge

Der berühmte Dom von Rouen in der Haute-Normandie, wie ihn vielleicht der Maler Claude Monet gesehen hat. Ein Spiel mit Licht und Tageszeiten im Zeitraffer.

3. Mourir en Macedoine (Sterben wie Gemüse)
Regie: Claude Duty, F 1988, 3 Min, 35 mm, ohne Dialoge

Ein kurzer Animationsfilm Über das tragische Ende selbstmÖrderischen GemÜses!

4. Passera-t-il? (Wird er vorbeikommen?)
Regie: Claude Duty, F 1991, 10 Min, 35 mm, OmeU, Spezialpreis 1987 in Oberhausen

Ein beunruhigtes Paar fragt sich: "Wird er vorbeikommen?". Sie sind aber nicht die einzigen, die sich mit dieser wesentlichen Frage beschäftigen.

5. La pucelle des Zincs (Die Jungfrau der Theken)
Regie: Claude Duty/Alain Ade, F 1995, 21 Min, 35 mm, OmeU

Eine unwiderstehliche musikalische Parodie auf die Geschichte der Jungfrau von Orléans. Die junge Kellnerin Jeanne beginnt einen Kreuzzug, um die französische Gastronomie vor dem amerikanischen Fastfood zu retten.

6. Poids et moi (Gewicht und ich)
Regie: Claude Duty, F 1998, 6 Min, 35 mm, OmeU

Ein beschwerlicher Thriller über ein erleichtertes Pärchen.

7. Retour de baton (Der Stab kehrt zurück)
Regie: Claude Duty, F 1992, 7 Min, 35 mm, Farbe, OmeU

Eine Gruppe französischer Mädchen läßt sich einen ungewöhnlichen Trick einfallen, um ein Majoretten-Turnier zu gewinnen. Leider fliegen sie auf...




Portrait Sophie Quinton



Die 26-jährige Schauspielerin kommt aus der Normandie und arbeitet gleichermaßen fürs Theater und fürs Kino. Bekannt wurde sie durch die zwei Kurzfilme von Gérald Hustache-Mathieu, für "Kuhhaut" ("Peau de vache") gewann sie 2001 den Preis für die beste Darstellerin beim Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand. Auch im ersten Langfilm von Hustache-Mathieu (z.Z. in Vorbereitung) wird sie die Hauptrolle spielen. Im Psychothriller "Who killed Bambi?" von Gilles Marchand, mit dem sie in diesem Jahr am Wettbewerb von Cannes teilgenommen hat, spielt sie eine Krankenschwester, die den Sexualverbrechen eines Arztes auf die Spur kommt. Ihre starke Ausstrahlung, Verschmitztheit und Unbekümmertheit hat die Filmkritik nachhaltig beeindruckt, und ihr wird eine vielversprechende Karriere vorausgesagt.




Potrait Sophie Quinton: Kurzfilme
Fr, 31. Oktober 19:45 Universum 2 Gäste: Richard Turco, Sophie Quinton, Gérald Hustache-Mathieu
Sa, 1. Oktober 17:30 CinemaxX 4 Gäste: Richard Turco, Sophie Quinton, Gérald Hustache-Mathieu



1. Peau de vache (Kuhhaut)
Regie: Gérald Hustache-Mathieu, F 2001, 22 Min, 35 mm, Farbe, OmeU, César für den besten franz. Kurzfilm 2003

Die 17-jährige Claudine wohnt noch bei ihren Eltern auf dem Land. Jeden Tag ist sie diejenige, die die Kühe melkt. Die Kühe sind ihre einzigen Freundinnen, denn Claudine hat ein Geheimnis...

2. La chatte Andalouse (Die Andalusische Katze)
Regie: Gérald Hustache-Mathieu, F 2002, 48 Min, 35 mm, OmdU, dt. Erstaufführung

Schwester Angèle verkauft auf dem Markt den Honig ihres Klosters. Nachmittags macht sie Besuche: Sie lernt im Krankenhaus eine sterbenskranke spanische Künstlerin kennen, die ihre Hilfe für ein letztes Werk braucht, und sie trifft sich mit einem jungen Mann in einem Bungalow am Strand.

3. Mitterand est mort (Mitterand ist tot)
Regie: Hedi Sassi, F 2003, 28 Min, 35 mm, Farbe, OmdU, dt. Erstaufführung

Lucy lernt Monsieur Zerouane kennen, einen älteren, gläubigen Herren, um den sie sich kümmern soll. Für ihn ist die Zeit gekommen, sich vom Leben zu verabschieden: Er weigert sich, sich pflegen zu lassen. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen den beiden...




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